Er ist ein guter Geschichten-Erzähler

Technik trifft Kunst: Eine Brandenburger Firma holt sich Ausstellungen von Rayk Weber in die Räume

BFT-Tortechnik VILLBRANDT

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Torantriebe, Schranken, Poller und Funktechnik – damit beschäftigt sich die „Villbrandt BFT Nord-Ost“. Dass sich Technik und Kunst gut ergänzen, hat der Geschäftsführer der in Altlandsberg bei Ausstellungen gespürt, die er vom Fotografen Rayk Weber gemietet hat. Von März bis zum Juni 2017 war in den Räumen der Brandenburger Firma die Ausstellung „Mr. Weber in New York“ zu sehen. Weitere sollen folgen. Was der Unternehmer in den Fotos des Magdeburgers sieht, warum er sich darüber hinaus Werke in sein unmittelbares Gesichtsfeld holt und warum sich die Blickwinkel beim Gespräch mit Rayk Weber auch schon mal verschieben, erzählt Ulrich Villbrandt im Interview.

Warum mögen Sie Fotos?

Ulrich Villbrandt: Ich mochte Fotos eigentlich schon immer. Als Kind war ich in der Schule sogar Mitglied eines Fotozirkels. Dort habe ich meine ersten Erfahrungen mit der Fotografie gemacht. Wir haben damals Kontaktabzüge hergestellt, Vergrößerungen gemacht und so etwas. Ich weiß also ein bisschen, was dahinter steckt, wenn man Fotos betrachtet.

Was mögen Sie speziell an den Fotos von Rayk Weber?

Ich bin über die Aktfotografie auf seine Arbeiten aufmerksam geworden. Wenn wir hier solche Motive zeigen, gibt es auch immer mal kritische Anmerkungen, aber ich finde die Bilder strahlen eine eigene Ästhetik aus. Das meint übrigens auch meine Frau… Mir wurde schnell klar, dass das Portfolio von Rayk noch viel breiter ist, als man zunächst meint. Ich denke da an Bilder wie „Alsterwasser“, das bei mir im Wohnzimmer hängt. Das Motiv ist großartig. Rayk hat dafür in Hamburg Häuser fotografiert, die sich im Wasser spiegeln. Auf der Oberfläche ist Eis zu sehen, das in viele Stücke zerbrochen ist. Dieses Foto muss man verkehrt herum aufhängen, dann sieht es aus, als würde man aus der Unterwasser-Perspektive ins Diesseits gucken. In meinem Büro hängt beispielsweise auch das Foto „Das Leben ist Rock’n’Roll“, auf dem drei alte Herrschaften zu sehen sind – unter anderem übrigens meine Mutter. Auf dem Schwarz-Weiß-Bild tragen alle drei Designer-Sonnenbrillen. Rayk spielt dabei so mit dem Licht, dass es sehr tiefgründig wirkt und man sich fragt, was wohl noch alles dahintersteckt. Man sucht fast automatisch die Geschichte im Bild. Dazu kommt, dass es auf Aluminium gezogen wurde, was die Wirkung, meiner Meinung nach, noch unterstreicht.

Wie sind Sie zur Arbeit von Rayk Weber gekommen?

Zunächst vor allem wahrscheinlich deswegen, weil ich sein Onkel bin. In seinen jungen Jahren hat er uns häufiger besucht. Er hat immer schon den Blick für das „Besondere“ gehabt und auch in der Schule bei der Zeitung mitgewirkt. Es war klar, dass er etwas Künstlerisches machen wird. Jetzt sehe ich ihn ganz objektiv als ernst zunehmenden Künstler, der etwas von seinem Geschäft versteht.

Haben Sie mit ihm bereits Projekte umgesetzt?

Im Jahr 2012 hat er für unsere Firma auf einer Messe ein Business-Shooting auf die Beine gestellt, unseren Stand fotografiert und Porträts von den Mitarbeitern gemacht. Das kam damals super an, vor allem, weil alles so locker mit ihm war. Selbst Diejenigen, die anfangs nicht so richtig mitmachen wollten, waren später von den Ergebnissen begeistert.

Sie sind ein eher technisch ausgerichtetes Unternehmen: Wie passt das mit Kunst zusammen?

Technik und Fotografie lassen sich sehr gut miteinander kombinieren. Während Technik meist sehr klar ist, kann man bei der Fotografie mit viel Phantasie herangehen. Beides zusammen ergänzt sich.

Wo haben Sie die Miet-Ausstellung „Mr. Weber in New York“ gezeigt?

Wir haben die Schau in den zwei großen Räumen unseres Ladengeschäftes in Altlandsberg gezeigt. Insgesamt ist die Fläche nicht riesig, aber es war sehr stimmig. Dort haben wir auch die Vernissage veranstaltet.

Warum haben Sie gerade diese Schau präsentiert?

Wir haben bereits 2010 eine Ausstellung von Rayk gezeigt – „Best of hautfreundlich“. Das kam damals gut an, allerdings wollten wir das Thema nicht wiederholen. Die New-York-Bilder haben sich dann sehr gut geeignet, weil einfach viele Menschen eine Verbindung zu dieser Stadt haben. Entweder will man dort hin oder man war schon da.

Sie haben die Vernissage angesprochen: Warum haben Sie eine zum Start der Schau veranstaltet und nicht einfach die Bilder aufgehängt?

Ich konnte die Ausstellung gut als Werbeträger benutzen. Technik, Torantriebe und dergleichen ließen sich auf eine eigene, gute Art und Weise mit den Fotos verbinden. Wir konnten Einladungskarten verschicken, auf denen beides zu sehen war. Die Vernissage war ein Erfolg, etwa 40 Gäste waren bei uns, auch der Bürgermeister kam vorbei. Er war so fasziniert, dass aus seinem ursprünglich kurz geplanten Termin ein langer wurde. Besonders hatte es ihm „Die Traumfrau“ angetan. Und auch die Presse interessierte sich dafür, dadurch wurden einige schöne Zeitungsartikel über unsere Firma verfasst.

Haben Sie sich für die Miet-Ausstellung viel mit Rayk Weber abgestimmt?

Ja, wir standen dafür in Kontakt, und das war auch gut so. Er bringt viel Sachverstand mit und hat uns unter anderem dazu beraten, wie wir die Bilder am besten aufhängen. Er macht das sehr akribisch, hat sich vorher den Laden angeschaut und uns dann Empfehlungen gegeben, wo die einzelnen Bilder am besten wirken.

Welche Vorteile hatte es, eine solche Ausstellung zu zeigen?

Da gab es einige. Wichtig war für uns bereits die Vorbereitung. Allein durch die Vernissage hatten wir einen Anlass, mit dem wir auf uns aufmerksam machen konnten.  Wir haben 200 Einladungskarten verschickt, die ja auch unsere Produkte gezeigt hatten. Uns war natürlich klar, dass nicht alle Angeschriebenen zur Vernissage kommen, aber sie war ein guter Grund, in Kontakt mit Kunden, Geschäftspartnern und dem Umfeld zu treten. Wir konnten damit mehr in die Breite gehen, konnten Menschen ansprechen, die sich gern einen Torantrieb anschauen und auch diejenigen, die sich für Fotografie interessieren.

Wie haben Sie selbst die Schau und einzelne Bilder wahrgenommen?

Es gibt Fotos, die sich einem sofort erschließen, dazu zählt „Die Traumfrau“. Dann wiederum gibt es welche, die erst später ihre Wirkung entfalten oder durch die Live-Interpretationen von Rayk ihren Hintergrund offenbaren. Wenn Rayk Details erzählt, dann tauchen fast alle in die Fotos ein, weil er gut präsentieren kann und locker über seine Arbeit berichtet. Er hat bei der Vernissage erzählt, wann es geregnet hat, wann er aus dem Bauch heraus fotografiert hat oder wofür er lange gebraucht hat. Er ist ein guter Geschichten-Erzähler – mit und ohne Kamera

Möchten Sie künftig weitere Mietausstellungen von Rayk Weber zeigen?

In absehbarer Zeit werden wir ganz sicher wieder eine Ausstellung mieten.